Hören Sie auf, sich Sorgen zu machen, und beginnen Sie, sich zu informieren.

Angesichts der Tatsache, dass eine von vier Frauen von Blasenschwäche betroffen ist und das Problem in jedem Alter auftreten kann, sollte das Thema eigentlich zum Unterrichtsgegenstand in der Schule werden. Falls dem so war, dann haben wohl die meisten von uns an diesem Tag gefehlt! Auf jeden Fall können Sie hier Ihre Kenntnisse über die Funktionsweise der Blase und der Harnwege auffrischen und erfahren, warum nicht immer alles ganz perfekt funktioniert.

Sind mehr Frauen von Blasenschwäche betroffen, die älter sind als 53 oder mehr jüngere.


Ergebnisse

Funktionsweise der Harnwege

Die Nieren haben die Aufgabe, nicht benötigte Substanzen aus dem Blutkreislauf zu filtern und sie zur Blase zu befördern. Dieses muskuläre Organ kann sich bis zu einem Fassungsvermögen von 500 ml ausdehnen. Wenn die Blase halb voll ist, signalisieren Nerven dem Gehirn, dass es Zeit zum Entleeren ist, und der Urin fliesst durch die Harnröhre, die durch zwei Schliessmuskel verschlossen wird. Der innere Schliessmuskel öffnet sich, sobald die Blase voll ist; der äussere Schliessmuskel kann jedoch willkürlich geschlossen gehalten werden, um so den Harndrang zu steuern. Die Beckenbodenmuskeln, die sich unter der Blase und um die Harnröhre herum befinden, sorgen dafür, dass die Schliessmuskel richtig arbeiten. Bei einer von vier Frauen und einem von 8 Männern wird dieser Vorgang irgendwann einmal beeinträchtigt.

(Beschriftetes Diagramm vom Blasenbereich einfügen)

Welches sind also die Hauptursachen für Blasenschwäche?

Ist Ihre Beckenbodenmuskulatur vielleicht geschwächt?
In den meisten Fällen ist Blasenschwäche auf eine Schwächung der Beckenbodenmuskeln zurückzuführen, die die Harnröhre geschlossen halten. Wenn diese an Elastizität einbüssen, kann es bei alltäglichen Vorgängen wie Lachen, Husten, Heben und Laufen zu Harnabgang kommen. Sie können jedoch wieder gestärkt werden. Im Übungsbereich finden Sie nützliche Informationen zu Beckenbodentraining.

Insbesondere bei Frauen sind die Hauptursachen für Blasenschwäche die  Veränderungen, die während Schwangerschaft, Geburt und Wechseljahren auftreten (unter TENA-Männer finden Sie Informationen über die Ursachen von Blasenschwäche bei Männern).

Sie Sie Mutter?


Die Freuden der Mutterschaft sind (trotz der anfänglich schlaflosen Nächte ...) vielfältig. Jedoch ist Ihr Körper während Schwangerschaft und Geburt allen möglichen hormonellen und physischen Veränderungen ausgesetzt. Blasenschwäche ist daher eine sehr häufige Nebenerscheinung von Schwangerschaft und Geburt. Die Kombination aus hormonellen Veränderungen, Druck der Gebärmutter auf die Blase und Strapazen der Geburt an sich kann die Leistungsfähigkeit der Beckenbodenmuskulatur beeinträchtigen.

Blasenschwäche kann während oder kurz nach der Schwangerschaft auftreten, bei manchen Frauen sogar erst, wenn ihre Kinder schon gross sind. Um die Schwangerschaft herum ist es häufig eine vorübergehende Erscheinung. Viele Frauen konnten ihre Blasenschwäche mit dem Beckenbodentraining, das Sie im Übungsbereich finden, schon wirklich verbessern.

Haben Sie die Wechseljahre hinter sich?

Weitere körperliche und hormonelle Veränderungen finden in den Wechseljahren statt. Insbesondere sinkt der Östrogengehalt in den Bauchmuskeln. Das kann zu einer Verschiebung der Blasenposition führen, was wiederum die Leistungsfähigkeit ihrer Schliessmuskeln verringert.

Haben Sie Übergewicht?

Übergewicht kann auch zusätzlichen Druck auf die Unterleibs- und Beckenbodenmuskulatur ausüben, was zu Blasenschwäche führt.

Krankheiten

Weitere Ursachen für Blasenschwäche sind Krankheiten, wie zum Beispiel Schlaganfall, Demenz oder Diabetes. Oft verhindern Schäden oder Störungen an Nervenbahnen, dass die richtigen Signale zwischen dem Gehirn und der Blase übertragen werden. Bei Demenz werden diese Signale nicht registriert. Das kann entweder eine überaktive Blase (häufiger Harndrang) oder eine unteraktive Blase (uneffektive Blasenentleerung und dadurch Urinverlust) zur Folge haben.

Neurologische Schäden

Parkinson, Alzheimer, Spina bifida, multiple Sklerose oder Hirnschäden können auch die Kommunikation zwischen Gehirn und Blase beeinträchtigen und so eine Unfähigkeit zur Kontrolle der Blase bewirken.

Nehmen Sie verschriebene Medikamente für eine andere Krankheit ein?


Inkontinenz kann eine Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel sein, und manche Medikamente haben diuretische Eigenschaften, die den Harndrang erhöhen. Wenn Sie seit Kurzem neue oder andere Medikamente einnehmen und dies mit Blasenschwäche einhergegangen ist, sollten Sie einen Arztbesuch in Betracht ziehen, um festzustellen, ob dies die mögliche Ursache ist. Manchmal können die Medikamente für andere Krankheiten geändert oder die Dosierungen verringert werden, ohne dass ihre Wirkung beeinträchtigt wird.

Haben Sie häufig Infektionen der Harnwege?

Harnwegsinfektionen können zur einer Hypersensibilität der Blase führen. Dann sendet die Blase fälschlicherweise dringende Signale an Ihren Körper, sich schnell zu entleeren, obwohl sie noch nicht ganz voll ist.

Wenn Sie weitere Fragen zu den Ursachen für Blasenschwäche haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.