Arten und Ursachen von Blasenschwäche

Blasenschwäche kann in verschiedenen Formen auftreten. In diesem Artikel erklären wir die unterschiedlichen Formen der Blasenschwäche, was es bei der Behandlung zu beachten gibt und welche Hilfsmittel Ihnen im Alltag helfen können.

Sowohl Männer als auch Frauen können von Blasenschwäche betroffen sein, wobei Frauen etwa doppelt so oft unter einer schwachen Blase leiden. In manchen Fällen sind sogar Kinder davon betroffen.

In vielen Fällen gehen die Betroffenen nicht offen mit dem Thema Blasenschwäche um – auch nicht gegenüber den behandelnden Ärzten. Das liegt häufig an der Unsicherheit, die Blasenschwäche bei den Personen hervorrufen kann.

Die Fähigkeit, die Harnblase zu kontrollieren, ist keine angeborene Fähigkeit, sondern wird im Kleinkindalter erlernt (Kontinenz). Blasenschwäche ist ebenfalls unter dem Begriff Harninkontinenz oder Enuresis bekannt und bezeichnet den Verlust über die Kontrolle der Harnblase und den damit verbundenen ungewollten Harnverlust.

Die Symptome von Blasenschwächevisual

Es gibt viele Anzeichen für Blasenschwäche. Neben dem unfreiwilligen Verlust von Urin beim Gehen Stehen oder auch Liegen, kann auch ständiger Harndrang ein Symptom für Blasenschwäche sein.

Außerdem können Vorerkrankungen, Operationen, eine Schwangerschaft, psychische Probleme oder das fortschreitende Alter (ca. 30 % der Frauen und 15 % der Männer über 60 sind von Inkontinenz betroffen) das Auftreten von Blasenschwäche begünstigen. Die Symptome sind in der Regel abhängig von der Art der Blasenschwäche bzw. Inkontinenz.

Die verschiedenen Arten von Blasenschwäche

Blasenschwäche kann in verschiedenen Formen auftreten. Die häufigsten Arten haben wir mit einer Beschreibung und den dazugehörigen Symptomen hier für Sie zusammengestellt:

Art: Belastungsinkontinenz

Beschreibung
Auch als Stressinkontinenz bekannt, tritt bei der Belastungsinkontinenz ein Urinverlust bei einhergehender körperlicher Belastung auf. Auslösende Anstrengungen können z.B. das Tragen oder Heben schwerer Gegenstände sein. Doch auch Lachen, Husten oder Sport können belastende Reize auslösen, die ungewollten Urinverlust zur Folge haben. Die Beckenbodenmuskulatur ist geschwächt und die Harnröhre wird nicht mehr richtig geschlossen.

Symptome
  • unbemerkter und ungewollter Urinverlust in Alltagssituationen, häufiger bei Frauen
Ursachen
  • Schwangerschaft, hormonelle Veränderungen während der Wechseljahre, Alter 40+, chronische Erkrankungen

Art: Dranginkontinenz

Beschreibung
Die Dranginkontinenz ist eine Blasenspeicherungsstörung. Schon bei geringer Füllmenge zieht sich der Blasenmuskel zusammen, was zu plötzlichem, starken Harndrang und unfreiwilligem Harnverlust führen kann. Die Dranginkontinenz ist auch bekannt als überaktive Blase.

Symptome
  • häufiger bis ständiger Harndrang, sowohl über Tag als auch Nacht
  • unfreiwilliger Urinverlust
  • geringe Flüssigkeitsmenge beim Wasser lassen
Ursachen
  • Entzündung des Harntrakts, der Blase oder der Nieren
  • Verletzungen, Erkrankungen, Operationen

Art: Mischinkontinenz

Beschreibung
Als Mischinkontinenz bezeichnet man eine Mischung aus Drang- und Belastungsinkontinenz. Symptome beider Arten treten auf, wobei eine Art zumeist überwiegt.

Symptome
  • häufiger bis ständiger Harndrang, sowohl über Tag als auch Nacht
  • unfreiwilliger Urinverlust, geringe Flüssigkeitsmenge beim Wasserlassen
  • unbemerkter und unfreiwilliger Urinverlust in Alltagssituationen

Art: Reflexinkontinenz oder auch funktionale Inkontinenz

Beschreibung
Eine Reflexinkontinenz kann durch Erkrankungen von Gehirn und/oder Rückenmark auftreten (z. B. Multiple Sklerose). Die Nervenbahnen, die für die Steuerung der Blasenentleerung verantwortlich sind, werden dabei beschädigt. Durch Erschlaffung des Harnröhrenverschlusses kommt es dann zum ungewollten Harnverlust. Blasen-und Schließmuskelfunktionen lassen sich nicht mehr koordinieren und kontrollieren.

Symptome
  • ungewollter Harnverlust als Begleiterscheinung bereits diagnostizierter Krankheiten wie: Demenz, Apoplexie (Schlaganfall), Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer u. v. m.
Ursachen
Schädigung oder Erkrankung des Gehirns

Art: Überlaufinkontinenz

Beschreibung
Bei der Überlaufinkontinenz kann der Betroffene seine Blase trotz großer Füllmenge nicht vollständig leeren. Sehr häufig sind Männer betroffen, da sie im fortgeschrittenen Alter mit einer automatischen, meist gutartigen Vergrößerung der Prostata konfrontiert werden. Die Inkontinenz kann in einigen Fällen auch erst nach einem operativen Eingriff an der Prostata auftreten.

Symptome
  • der Verbleib von Restharn nach dem Wasserlassen, tröpfchenweiser Harnverlust
Ursachen
  • Nervenschäden, Anomalie der Harnröhre

Geeignete Blasenschwäche Behandlungsmethoden

Welche Behandlungsart die Richtige ist, hängt davon ab, welche Art der Blasenschwäche vorliegt und wie schwerwiegend diese ist. Nicht immer ist eine medikamentöse Behandlung ausreichend, wie auch nicht zwingend sofort ein operativer Eingriff nötig ist.

Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die sowohl vorbeugend als auch zur Behandlung äußerst empfehlenswert sind. Dazu zählen zum Beispiel Blasentraining (Urotherapie) und Beckenbodentraining. Beim Blasentraining wird die Fähigkeit der Blasenkontrolle in Teilen wiedererlernt. Außerdem lässt sich die Blase durch gezieltes Training dehnen. Durch das erhöhte Füllvermögen, sowie Blasenkontrolle, kann Blasentraining sehr stark lindernd auf die Symptome von Blasenschwäche wirken.

Beim Beckenbodentraining trainiert man die Beckenbodenmuskulatur, also Partien des Körpers, die man normal gar nicht wirklich spürt. Damit lässt sich der Beckenboden durch Spannungs- und Entspannungsübungen kräftigen, was die Symptome von Blasenschwäche vorbeugen, oder sie zumindest lindern kann.

Hilfsmittel bei ungewolltem Harnverlust

Neben der Prophylaxe durch Blasen- und Beckenbodentraining gibt es auch Hilfsmittel für Betroffene, pflegende Angehörige und auch Pflegedienste, die den Alltag deutlich erleichtern können. Inkontinenunterwäsche oder auch Inkontinenzbinden sind dabei die weitverbreitetsten Produkte im Umgang mit Blasenschwäche und Inkontinenz.

Durch die Eigenschaften wie schnelle Trockenheit, eine hohe Saugfähigkeit und den speziellen Geruchsschutz können sie ein gutes Gefühl im Alltag vermitteln und die Unsicherheit, die eine geschwächte Blase mit sich bringt, reduzieren.

Weitere Informationen zum Thema Blasenschwäche

Weitere Details zu den einzelnen Arten der Blasenschwäche, sowie wichtige Informationen rund um das Thema Inkontinenz, finden Sie im Glossar.

Für eine individuelle Beratung empfehlen wir einen Arzt zu kontaktieren. Nur dieser kann eine genaue Diagnose stellen und Informationen über örtliche Beratungs- und Behandlungsangebote anbieten. Separate Angebote für Betroffene, sowie Angehörige, bei denen die jeweiligen Anliegen besprochen und angegangen werden können, gibt es in nahezu jeder großen Stadt.

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