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Einmalkatheter: Anwendung und Einsatzgebiete

Einmalkatheter kommen einmalig zum Einsatz, um Urin aus der Blase über die Harnröhre abzulassen. Sie stellen eine Hilfe und Erleichterung im Alltag für Personen mit unterschiedlichen Krankheitsbildern dar, die nicht mehr selbstständig und kontrolliert Harn ablassen können. Zudem kann ein Arzt mit Einmalkathetern für diagnostische Zwecke Urin ableiten. Im Folgenden erklären wir die verschiedenen Arten und Einsatzgebiete von Einmalkathetern. Außerdem geben wir Hinweise für die korrekte Anwendung von einmalig verwendbaren Kathetern.

Was ist ein Einmalkatheter?

Einmalkatheter sind Hilfsmittel zum künstlichen Ableiten von Urin aus der Blase. Es handelt sich dabei immer um transurethrale Blasenkatheter – das heißt, sie werden über die Harnröhre eingeführt. Sie bestehen aus flexiblem Material wie PVC, PU oder Silikon und sind in unterschiedlichen Längen sowie mit verschiedenen Spitzen erhältlich. Die Länge variiert vor allem bei Einmalkathetern für Männer und Frauen aufgrund der unterschiedlich langen Harnleiter. Der Durchmesser wird in Charrière angegeben. Dabei entspricht ein Charrière einem Drittel Millimeter.

Im Unterschied zu Dauerkathetern werden Einmalkatheter nach der Anwendung sofort wieder entfernt und entsorgt. Dauerkatheter können hingegen über mehrere Stunden oder Tage gelegt bleiben. Zudem gibt es Dauerkatheter, bei denen über einen Zugang in der Bauchdecke der Urin abgeleitet wird, anstelle durch die Harnröhre.

Außerdem ist die Anwendung von Einmalkathetern mit etwas Übung sicher von Patienten und Pflegebedürftigen selbst ausführbar, ohne dass ein größeres Verletzungsrisiko besteht. Trotz Inkontinenz und anderer Krankheitsbilder gewinnen Patienten so in einem gewissen Rahmen die Kontrolle über ihre Blase zurück.

Wann kommen Einmalkatheter zum Einsatz?

Benötigt ein Arzt für diagnostische Zwecke sterilen Urin aus der Blase, kann er diesen mittels eines Einmalkatheters gewinnen. Häufig kommen Einmalkatheter jedoch für therapeutische Zwecke zum Einsatz. Beispielsweise wenn aufgrund einer Krankheit nicht mehr kontrolliert Harn abgesetzt werden kann. Dies kann aufgrund einer Querschnittslähmung, einer Multiplen-Sklerose- oder Parkinson-Erkrankung sowie nach einem Schlaganfall der Fall sein. Etwa vier bis sechs Mal täglich muss mit einem Einmalkatheter die Blase entleert werden, wenn der Patient dies anderweitig nicht mehr selbstständig kann.

Ein weiterer Anwendungsfall ist der ständige Verbleib von Restharn in der Blase. Aufgrund des sich ansammelnden Urins kann es zu Inkontinenz, einem ständigen Harndrang oder Schmerzen kommen. Die regelmäßige Entleerung der Blase und das Ablassen des Restharns kann ein effektives Mittel sein, den Beschwerden vorzubeugen.

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Wichtige Hinweise bei der Benutzung von Einmalkathetern

Ganz gleich, ob medizinisches oder pflegendes Fachpersonal, oder der Patient selbst die intermittierende Katheterisierung vornimmt, gilt es vor allem auf eines zu achten: Auf Hygiene. Andernfalls kann es durch das Einbringen von Keimen in die Blase schnell zu Infektionen kommen. Desinfektionsmittel für die Hände, für die Haut und Oberfläche sowie Handschuhe und der steril verpackte Katheter gehören entsprechend zur Standardausstattung.

Um das Einführung der Katheter zudem angenehmer und schmerzfrei zu gestalten, kommen Gleitgele zum Einsatz, die außerdem lokalanästhetisch wirken können. Beim Legen eines Einmalkatheters bei Männern ist in der Regel eine größere Menge Gleitgel notwendig, aufgrund der längeren Harnröhre. Teilweise sind die Katheter bereits mit einem Gleitgel beschichtet, das mit Kochsalzlösung vor dem Einführen aktiviert wird. Besonders komfortabel anzuwendende Katheter-Sets beinhalten in der Verpackung bereits die Kochsalzlösung, die direkt beim Herausschieben des Katheters aufgetragen wird und den Katheter so sehr gleitfähig macht.

Weitere Hinweise und Tipps bei der Anwendung von Einmalkathetern:

  • Kontrollieren Sie vor der Verwendung, ob die Verpackung des Katheters unbeschädigt ist.
  • Desinfizieren Sie auch die Oberfläche, auf der Sie beispielsweise den Katheter in seiner Verpackung, Handschuhe oder weitere Hilfsmittel ablegen.
  • Einmalkatheter müssen in der Regel vor der Anwendung nicht komplett aus der Verpackung genommen werden, sondern können Stück für Stück herausgeschoben werden. Sie sollten den Katheterschlauch selbst nie direkt mit ihren Händen berühren.
  • Sollten Sie beim ersten Ansetzen des Katheters nicht direkt die Harnröhrenöffnung getroffen haben, müssen Sie einen neuen Katheter verwenden, da dann die Spitze nicht mehr steril ist.

Wie wird ein Einmalkatheter bei Frauen und Männern korrekt gelegt?

Bei einer Fremdkatheterisierung liegt der Mann oder die Frau in der Regel in Rückenlage. Bei der Selbstkatheterisierung bietet es sich am Anfang an, ebenfalls in einer halbsitzenden Rückenlage zu üben. Wenn alle Handgriffe sitzen, können sich Patienten jedoch ebenfalls auf der Toilette oder im Rollstuhl sitzend katheterisieren.

Legen eines Einmalkatheters bei Männern

Generell muss die Katheterisierung beim Mann besonders behutsam vonstattengehen, da die Harnröhre länger als bei Frauen und zudem gebogen ist. Zudem ist der Penis flexibel und es könnte beim Einführen zu ungewollten Bewegungen kommen.

Nachdem alle Vorkehrungen getroffen und Hände sowie Oberflächen desinfiziert sind, muss auch die Harnröhrenöffnung mehrfach desinfiziert werden. Bei Bedarf wird dann Gleitgel mit einem Lokalanästhetikum gezielt aufgetragen. Der Penis wird zunächst nach oben gezogen, der Katheter langsam eingeführt und Stück für Stück vorwärts geschoben. Sobald ein Widerstand kommt, den Penis gestreckt nach vorne oder unten ziehen und den Katheter langsam weiter vorschieben, bis Urin abläuft. Sobald Urin aus dem Katheter fließt, darf die Katheterspitze nur noch etwa einen Zentimeter weiterbewegt werden, um die Blase nicht zu verletzen. Den Urin können Sie in die Toilette oder einen Auffangbeutel leiten, der dem Katheter häufig beiliegt. Wenn der Urinfluss endet, kann der Einmalkatheter langsam und in Etappen herausgezogen und entsorgt werden.

Einmalkatheter legen bei Frauen

Selbstverständlich ist auch bei der Katheterisierung von Frauen sehr behutsam vorzugehen. Aufgrund der deutlich kürzeren und gerade Harnröhre ist das Verletzungsrisiko jedoch geringer und die Anwendung einfacher. Frauen benötigen bei der Selbstkatheterisierung allerdings mitunter weitere Hilfsmittel, wie einen Katheter-Spiegel: Dieser kann mit einem Gurt am Oberschenkel befestigt werden, damit die Frau die Harnröhre erkennen kann.

Auch bei der Frau ist eine gründliche Desinfizierung des Intimbereichs notwendig. Vorsichtig und mit leichtem Druck wird der Katheter eingeführt und vorgeschoben, bis Urin kommt. Ist der Punkt erreicht, ist ebenfalls darauf zu achten, den Katheter nicht weiter in die Blase einzuführen, um Verletzungen zu vermeiden. Nachdem sämtlicher Urin abgeflossen ist, kann der Katheter langsam wieder herausgezogen werden.

Einmalkatheter: Ein wichtiges Hilfsmittel im Alltag

Einmalkatheter können allen, die Beeinträchtigungen beim Entleeren der Blase haben, den Alltag erleichtern. Die Nutzung von Einmalkathetern schränkt im täglichen Leben weniger ein, als ein dauerhaft gelegter Blasenkatheter. Sofern die Verwendung eines Einmalkatheters möglich ist, können sich Patienten nach Anleitung durch Fachpersonal und mit etwas Übung selbstständig um das Entleeren ihrer Blase kümmern. Wenn es zusätzlich dennoch zu Blasenschwäche kommt, ermöglichen darüber hinaus Inkontinenzeinlagen für Frauen und Männer ein sicheres Gefühl und einen unbeschwerten Alltag.

In anderen Artikeln geben wir Ihnen mehr Informationen zum Harnsystem und zu Blasenkathetern allgemein.

 
 
Quellen:
 
https://flexikon.doccheck.com/de/Einmalkatheter
 
https://www.uromed.de/katheter.php
 
https://www.farco.de/fuer-patienten/katheterisierung/anleitung-zur-selbstkatheterisierung
 
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2015/daz-50-2015/den-abfluss-erleichtern
 
https://www.devicemed.de/welche-katheter-gibt-es-und-wie-werden-sie-in-der-medizin-eingesetzt-a-803409/