- Erste Schritte: Diagnostik und Arztbesuch
- Welche kleinen Maßnahmen erleichtern die Inkontinenzpflege für Pflegende und Betroffene?
- Praktische Tipps für die verschiedenen Arten von Inkontinenz
- Maßnahmen für schwerere Fälle
- Optimal ausgestattet mit Hilfsmitteln von TENA
- FAQs zum Thema "Einen Angehörigen mit Harninkontinenz pflegen"
Erste Schritte: Diagnostik und Arztbesuch
- Beginn, Häufigkeit, Menge des Urinverlusts
- Mögliche Auslöser
- Begleitsymptome (z. B. Schmerzen, Fieber)
- Medikamente
- Flüssigkeitsaufnahme
- Stuhlgang
- bestehende Erkrankungen
Welche kleinen Maßnahmen erleichtern die Inkontinenzpflege für Pflegende und Betroffene?
Hemmungen überwinden
- Sprechen Sie offen, respektvoll und einfühlsam
- Verwenden Sie eine klare, nicht wertende Sprache und betonen Sie, dass Inkontinenz eine medizinische Problematik ist
- Beziehen Sie die von Ihnen gepflegte Person in Entscheidungen ein
- Bewahren Sie ihre Würde (Privatsphäre, Ankleiden, unangenehme Tätigkeiten nur mit Zustimmung)
- Lassen Sie Ihren Angehörigen so viel wie möglich selbst machen und greifen Sie nur unterstützend ein. Insbesondere bei Demenzpatienten kann Begleitung notwendig sein. Benennen Sie die erforderlichen Schritte, damit Ihr Angehöriger diese dann eigenständig ausführen kann.
Eine barrierearme Umgebung schaffen
- Feste Hausschuhe mit rutschfester Sohle, die nicht vom Fuß rutschen können
- Ein rutschfester Läufer auf glatten Böden
- Bequeme Hosen mit Gummizug, die sich leicht auch mit einer Hand herunterziehen lassen
- Inkontinenzprodukte wie oder Pants in Griffweite neben der Toilette lagern
Praktische Tipps für die verschiedenen Arten von Inkontinenz
Hilfe bei Belastungsinkontinenz
Hilfe bei Dranginkontinenz
- Sie erarbeiten einen Trainingsplan mit dem Arzt oder Kontinenzberater.
- Die erste Blasenentleerung erfolgt morgens direkt nach dem Aufstehen.
- Dann geht der Patient ausschließlich zu den vorher festgelegten Zeiten auf die Toilette, auch, wenn er keinen Harndrang spürt.
- Wird der Drang zwischen den Toilettengängen zu stark, sollten aktiv Techniken zur Harnunterdrückung durchgeführt werden. Nur, wenn es gar nicht mehr geht, sollte vorzeitig die Toilette aufgesucht werden.
- Werden die Intervalle gut eingehalten, kann die Dauer um jeweils 15 Minuten verlängert werden.
- Das Trainingsziel ist erreicht, wenn leicht drei bis vier Stunden zwischen den Toilettengängen eingehalten werden können.
Hilfe bei Mischinkontinenz
Hilfe bei funktionaler oder neurologischer Blasenschwäche
- Waschen Sie vor und nach jedem Wechsel gründlich Ihre Hände
- Wechseln Sie oder Pants mehrmals täglich, damit der Intimbereich trocken bleibt
- Reinigen Sie den Intimbereich mit warmem Wasser
- Verwenden Sie eine Wundschutzcreme, um die Haut vor austretender Feuchtigkeit zu schützen
- Sollte eine Infektion vorliegen, nutzen Sie Einmalprodukte für die Reinigung
Maßnahmen für schwerere Fälle
- Bei einer kann eine Schlingenoperation, auch TVE-Operation genannt, angewendet werden, bei der eine schmale Kunststoffschlinge unter die Harnröhre implantiert wird, um diese zu stabilisieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Unterspritzung der Harnröhre mit einem Kunststoffgel, das für eine Verengung sorgt und so die Verschlussfunktion der Harnröhre unterstützt. Beide Maßnahmen sind minimalinvasiv und können zum Teil ambulant durchgeführt werden.
- Bei einer Dranginkontinenz kann eine Botox-Therapie durchgeführt werden, um die überaktive Blase zu beruhigen. Dazu werden mehrere Injektionen in die Muskelschicht der Harnblase gesetzt. Gegebenenfalls muss der Eingriff nach sechs Monaten wiederholt werden, um eine langfristige Besserung zu erzielen.
Optimal ausgestattet mit TENA
FAQs
Wann sollten wir mit der Inkontinenz zum Arzt gehen und was soll ich zum Termin mitbringen?
Welche Hilfsmittel gibt es und wie wähle ich das passende Produkt?
Es gibt , Pants und saugfähige Bettschutzeinlagen. Wählen Sie nach Menge des Verlusts, Tragekomfort und Größe. Ist Ihr Angehöriger bettlägerig, sind Pants besonders empfehlenswert, da sie maximalen Auslaufschutz bieten. Lassen Sie sich von unserem Fachpersonal zu den passenden Produkten für Ihren Angehörigen beraten.
Zum TENA Produktfinder.
Wann bezuschusst die Krankenkasse die Kosten für Inkontinenzprodukte?
Inkontinenzprodukte fallen unter die Hilfsmittelverordnung. Bei nachgewiesener medizinischer Notwendigkeit werden daher die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Hierfür brauchen Sie eine ärztliche Verordnung, die Sie bei der Krankenkasse Ihres Angehörigen einreichen. Sie tragen in der Regel einen Eigenanteil von 10 Prozent bzw. maximal 10 € pro Monat für Produkte von Vertragspartnern Ihrer Krankenkasse. Ob für die Produkte von TENA weitere Kosten auf Sie zukommen, können Sie bei Ihrer Krankenkasse direkt erfragen.
Weitere Infos zur Kostenerstattung.
Quellen
- Robert Koch Institut (2007). Harninkontinenz. Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 39. https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/3191/26Herxag1MT4M_31.pdf
- Zentrum für Qualität in der Pflege (2025). – Praxistipps für den Pflegealltag. https://www.zqp.de/wp-content/uploads/ZQP-Ratgeber-Inkontinenz.pdf
- Cho, S. T., & Kim, K. H. (2021). Pelvic floor muscle exercise and training for coping with urinary incontinence. Journal of exercise rehabilitation, 17(6), 379–387. https://doi.org/10.12965/jer.2142666.333
- Statistisches Bundesamt (2025). Mehr Pflegebedürftige. https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Hintergruende-Auswirkungen/demografie-pflege.html