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Wechseljahre und Depressionen: Was du darüber wissen solltest

Der Körper verändert sich, die Hormone fahren Achterbahn – die Wechseljahre sind eine Zeit, die große Veränderungen im Leben einer Frau mit sich bringt. Kein Wunder, dass die Psyche in dieser Lebensphase schneller aus dem Takt geraten kann. Depressionen und depressive Verstimmungen können ähnlich wie Müdigkeit, nächtliche Hitzewallungen oder Gelenkschmerzen eine Begleiterscheinung der Wechseljahre sein.

Wodurch genau werden Depressionen und depressive Verstimmungen in den Wechseljahren verursacht? Was hilft dagegen und kann man ihnen vielleicht vorbeugen? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Wechseljahre und Depressionen.

Depression: Wechseljahre als Ursache?

Gerade noch war alles in Ordnung, doch schon im nächsten Augenblick fühlst du dich gereizt, ängstlich oder traurig? Dann geht es dir wie vielen anderen Frauen in ihren Wechseljahren. Stimmungsschwankungen und emotionale Niedergeschlagenheit sind in dieser Lebensphase nicht ungewöhnlich, sie gehören zu den typischen Symptomen der Wechseljahre. Auf nicht so schöne Phasen folgen wieder gute Phasen.

Bei einigen Frauen können sich die negativen Phasen allerdings zu einer depressiven Verstimmung oder gar Depression entwickeln. In den Wechseljahren ist die Ursache dafür häufig in den Hormonen zu finden. Der drastische Abfall von Östrogen kann in hohem Maße die Stimmungslage beeinflussen. Häufig sinkt in Verbindung damit der Energielevel, was sich ebenfalls negativ auf die Stimmung auswirken kann. Hinzu kommen die zahlreichen Veränderungen in dieser neuen Lebensphase. Der Körper verändert sich, vielleicht ist nun die Zeit gekommen, dass die Kinder ausziehen, oder der Job wird zu einer größeren Belastung – das alles in einer Zeit, in der viele Frauen nicht mehr so viel leisten können wie früher.

Einige Frauen leiden in ihren Wechseljahren außerdem vermehrt an Schlafstörungen. Dauern diese länger an, kann sich das ebenfalls negativ auf die Psyche und das Wohlbefinden auswirken.

Schon Depression oder noch depressive Verstimmung?

Vor Stimmungsschwankungen ist in den Wechseljahren keine Frau gefeit. Eine depressive Verstimmung und insbesondere Depression solltest du trotzdem immer ernstnehmen. Bei einer depressiven Verstimmung fühlen sich Betroffene dauerhaft verstimmt, müde und freudlos. Es können Schlafstörungen und ein mangelndes Selbstwertgefühl aufkommen. Nach ein bis zwei Wochen sollte das seelische Stimmungstief wieder von allein abgeklungen sein.

Hält das Tief allerdings länger an und es kommen zusätzliche Symptome wie innere Leere, Traurigkeit, Selbstzweifel oder Kraftlosigkeit dazu, kann sich eine depressive Verstimmung verstärken und zu einer Depression entwickeln. Eine Depression geht nicht einfach von allein weg. Sie beeinflusst in hohem Maße das seelische und körperliche Wohlbefinden – häufig so stark, dass Betroffene nicht mehr in der Lage sind, ihren Alltag zu meistern.

Ob „nur“ eine depressive Verstimmung oder schon eine Depression vorliegt, kann am besten von einem Arzt beziehungsweise einer Ärztin festgestellt werden.

Wechseljahre und Depressionen: Symptome

Bei einer Depression kann es sich anfühlen, als würde die Welt hinter einem grauen Schleier verschwinden. Jede noch so einfache Tätigkeit im Alltag kann mit einer Depression zu einer großen Belastung werden. Sie ist wie ein Teufelskreis, aus dem man von allein nicht mehr rauskommt. Eine Depression kann sich unter anderem durch folgende Symptome bemerkbar machen:

  • Hoffnungslosigkeit
  • Unklare Zukunftsängste und Panik
  • Konzentrations- und Schlafstörungen
  • Erschöpfung, Demotivation und Antriebslosigkeit
  • Negatives Selbstbild und Selbstzweifel
  • Appetitlosigkeit

Es kann nicht oft genug betont werden, dass Depression eine sehr ernstzunehmende Erkrankung ist, die jeden Menschen treffen kann. Wenn du in deinen Wechseljahren länger unter einer depressiven Verstimmung leidest oder die Vermutung hast, dass bei dir eine Depression vorliegt, solltest du unbedingt einen Arzt beziehungsweise eine Ärztin aufsuchen.

Was tun bei Depressionen in den Wechseljahren?

Die Therapie einer Depression hängt in erster Linie von der korrekten Diagnose ab. Nur ein Arzt beziehungsweise eine Ärztin kann beurteilen, ob die Depression mit den Wechseljahren zusammenhängt oder nicht. Die Therapiemöglichkeiten bei depressiven Verstimmungen und Depressionen in den Wechseljahren sind vielfältig:

  • Bei Depressionen, die auf starke Hormonschwankungen zurückzuführen sind, kann eine Hormonersatztherapie (HRT) äußerst wirksam sein.
  • In einigen Fällen kann eine Depression mit einem Antidepressivum am effektivsten behandelt werden – häufig in Verbindung mit psychotherapeutischen Gesprächen.
  • Bei leichten Depressionen oder zur Unterstützung anderer Therapien können pflanzliche Präparate wie Johanniskraut, Baldrian, Melisse oder Passionsblume zum Einsatz kommen.
  • Bei der Behandlung unterstützend wirken können auch Therapien mit Musik, Tanz und Tieren. Auch mit Sportarten wie Yoga, Schwimmen oder Joggen lassen sich positive Effekte erzielen.

Dein Arzt beziehungsweise deine Ärztin wird dich im persönlichen Gespräch ausführlich über die einzelnen Therapiemöglichkeiten beraten und dir dabei helfen, herauszufinden, welche Behandlung die richtige für dich ist.

Depressionen in den Wechseljahren vorbeugen

Die Wechseljahre können sowohl für Körper als auch Seele ein regelrechtes Auf und Ab bedeuten. Umso wichtiger ist es, dass du in dieser Zeit besonders gut auf dich und deine persönlichen Bedürfnisse achtest. Versuche, dich gesund zu ernähren, treibe mindestens zweimal pro Woche Sport, um die Freisetzung von Endorphinen zu fördern, gönn dir ausreichend Pausen und sei nicht zu streng zu dir selbst. Es wird immer Tage geben, an denen du nicht so leistungsfähig bist wie gewohnt. Das ist überhaupt nicht schlimm, verstehe sie als eine persönliche Auszeit, als eine Gelegenheit, das zu tun, was dir persönlich gut tut.

Fazit: Eine Depression in den Wechseljahren sollte kein Tabu-Thema sein

Es ist vollkommen normal, dass du dich in den Wechseljahren häufiger verstimmt fühlst, mal traurig oder ängstlich bist. Es ist wichtig, dass du dich nicht vor diesem Gefühl verschließt und mit den dir nahestehenden Menschen offen darüber sprechen kannst. Solltest du feststellen, dass sich diese Gefühle zu einer stärkeren depressiven Verstimmung oder gar einer Depression entwickeln, scheue dich nicht, medizinischen Rat einzuholen. Gemeinsam mit deinem Arzt beziehungsweise deiner Ärztin werdet ihr die richtige Behandlungsmethode für dich finden.